Conventionbericht: SGC 2003

Vom 24. bis 26. Oktober fand in Bensheim bei Frankfurt am Main die zweite deutsche "Stargate"-Convention statt, die "SGC 2003". Die Stargäste waren Don S. Davis (bekannt als General Hammond), Frida Betrani (die Nox-Lady Lya), Teryl Rothery (alias Dr. Janet Fraiser), Suanne Braun (Goa'uld-Mama Hathor) und Jay Acovone (aka Major Kowalski). In dieser Reihenfolge erschienen die Herr- und Damenschaften auch am ersten Tag auf der Bühne zwecks Begrüßung der Fans. Ein knapp zweiminütiges Ritual, welches sich jeden Morgen während der drei Con-Tage wiederholen sollte.

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Unschwer zu erkennen:
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Fangen wir an mit einem grundsätzlichen Befund - schwer zu glauben, aber wahr: Zu den Höhepunkten einer jeden Convention gehören die Auftritte der geladenen Stargäste. Tatsächlich. Von diesen wollen die folgenden Absätze berichten. Es ist zu erahnen, dass diese obligatorischen Eröffnungszeremonien niemals sonderlich viel Stoff zum Erzählen bieten - deshalb stürzen wir uns auch auf die so genannten Panels; jenen Programmpunkten, in denen sich Star und Publikum unruhig gegenübersitzen. Die eine Partei hat Angst vor den Fragen, die gestellt werden können ("They told me fans would ask me really crazy questions" - Zitat Jay Acovone), die andere fürchtet sich, selbige zu vergessen, sobald das Mikro in der Hand liegt.

Panel Nummer 1 hielt Kittelträgerin Teryl Rothery ab.

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Sie ist eine zappelige und äußerst humorvolle Person. Zu den kurzweiligsten Erzählungen, die sie auf Lager hatte, gehört eine ganz spezielle Liebesgeschichte - nämlich jene von ihrem Schauspielerkollegen und guten Freund Don S. Davis und seiner heutigen Ehefrau Ruby. "Eines Tages", erzählte Teryl den Fans, "waren Don und ich essen und trafen im Restaurant eine alte Freundin von ihm." Mit dieser Freundin habe Don sich dann eine Weile unterhalten. "Sie sagten, sie würden sich schon seit über zehn Jahren kennen."

Teryl wartete nun die ganze Zeit darauf, den Namen der Unbekannten zu erfahren. Aber Don sprach sie nie direkt an und hatte zuvor versäumt, sie einander vorzustellen. Kurz nachdem also Miss Namenlos sich verabschiedet hatte, fragte Teryl: "Wer war das eigentlich?" Und Don gab zu, sich nicht an ihren Namen erinnern zu können. "Ihr kennt euch seit über zehn Jahren, und du hast ihren Namen vergessen?" Berechtigte Frage. So viel zur Vorgeschichte Don/Ruby.

Wochen später telefonierten Teryl und Don miteinander, um sich zu einem weiteren Essen zu verabreden. Don hatte nämlich eigentlich ein Date mit der nun ehemals namenlosen Ruby. Er war ein wenig nervös und wollte daraus ein Doppeldate machen. Teryl und ihr Lebensgefährte Calvin sollten mitkommen. So wurde es abgemacht.

Im Restaurant nahm Teryl Ruby dann beiseite und erkundigte sich, wie es nun zwischen Don und ihr stehen würde. Und was stellte sich heraus? "Sie sagte, sie sei verliebt in ihn, seit sie Don kenne. Und ich meinte: 'Er hat keine Ahnung!'" Nur die Hammer-auf-den-Kopf-Technik würde da helfen. "Wenn sie auf einen ersten Schritt von ihm wartet, wird das nichts." Ein Ratschlag, den sich Ruby zu Herzen nahm. Als man schließlich nach dem Essen auf einen Schlummertrunk zu Teryl und Calvin fuhr, passierte es: Ruby nutzte den Augenblick, als Calvin im Wohnzimmer sich um die Drinks kümmerte und Teryl aufs Örtchen verschwunden war. Don wurde mit einem französischen Kuss überrascht. Einem Kuss, den Calvin nicht übersah. "Calvin rannte zum Badezimmer und rief durch die Tür 'Was machst du? Was machst du?', und ich antwortete: 'Ich bin im Bad, was denkst du, was ich mache?' Und Calvin johlte: 'Komm raus und schau dir das an! Don und Ruby küssen sich in unserer Küche!' Kaum ein Jahr ist vergangen und nun sind sie verheiratet."

Don S. Davis selbst hielt das zweite Panel ab und versuchte sein Bestes, seine etwas andere Perspektive der Geschehnisse darzustellen.

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Er betonte unter anderem, dass er keineswegs nervös gewesen wäre, als das Date mit Ruby auf dem Plan stand. Nicht er habe Teryl um ihr Beisein gebeten, sondern sie hätte vorgeschlagen, sie und Calvin könnten doch mitkommen. Don stimmte zu, weil er das Ganze gar nicht für ein Date gehalten habe. Er und Ruby wollten nämlich ein Projekt von ihm besprechen. "Ein Serienskript für zwölf Episoden und einen halbstündigen Pilotfilm."

Außerdem habe er zusammen mit Michael Shanks (spielt Dr. Daniel Jackson) ein Konzept für einen Film entworfen, an dem die beiden nun werkeln werden. Bei diesem Stichwort wurde Don natürlich sofort nach Michaels Weggang aus "Stargate" gefragt (es sei angemerkt, dass Michael nach einem Jahr zurückkam). "Ihr wisst ja", begann Don, "jede Serie hat ihren Ausbrecher. Bei '21 Jumpstreet' war es Johnny Depp, bei 'NYPD Blue' war es David Caruso, bei 'Twin Peaks' Kyle MacLachlan." Bei diesen Darstellern zeichnete sich durch ihre Popularität im Fernsehen eine Filmkarriere ab. "Und bei 'Stargate' scheint dies Michael Shanks zu sein. So sagten ihm seine Manager, er solle aufhören. Es sei Zeit für einen Film." Alle seine Berater hätten ihm dies empfohlen. Und als das Fandom derart kräftig auf Michaels Fehlen reagierte, kam er halt zurück.


Auf der SGC 2003 gab es zwei Überraschungen, kann man sagen. Die eine hieß Suanne Braun. Sie erstaunte die Fans mit ihrem Gesang und ihrer lebensfreudigen Art. Es darf bezweifelt werden, dass das Fandom vorher viel von ihr gehalten hat. Doch auf der SGC 2003 wickelte die Lady alle um ihren Finger. Sie riss Witze, erzählte umfangreich und gut, und, wie bereits geschrieben, sie sang! Sie hat eine grandiose Soulstimme.

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Suanne eröffnete unter anderem, dass sie auf den Tag genau ein Jahr verheiratet sei. Und sie schilderte schmunzelnd ihre Hochzeitsreise. Sie und ihr Mann sind damals in Isotep gewesen und hatten mit ihrer Reisegruppe das Museum von Kairo besucht. Dort sprang ihr natürlich ein Aspekt der ägyptischen Kultur immer wieder ins Auge: Hathor. "Sie ist überall", erzählte Suanne. Die Reiseleiterin habe ununterbrochen von ihr gesprochen. "Hathor hier, Hathor da. Überall Hathor! Und mein Mann wollte deswegen auf mich aufmerksam machen. Er sagte zur Reiseführerin: 'Meine Frau ist Hathor!'" Doch diese sah das natürlich anders. "Nein, nein", soll sie geantwortet haben. "Das [sie zeigt auf eine ägyptische Hathor-Abbildung], das ist Hathor!" Suannes Mann ließ nicht locker und betonte noch einmal: "Ja, ja. Aber meine Frau ist auch Hathor!" Suanne musste ihn dann zügeln: "Ich sagte zu ihm 'Ist schon okay'. Das Lustige war, dass genau am Abend dieses Tages im ägyptischen Fernsehen die 'Stargate'-Episode mit Hathor gezeigt wurde. Und als wir am nächsten Tag mit der Reisegruppe zum Flughafen fuhren, sprach uns die besagte Leiterin an: 'Oh mein Gott! Sie sind Hathor!'"

Suanne wies übrigens darauf hin, dass sie gerne wieder in einer Folge bei "Stargate" als Hathor mitwirken würde. Dies sei schließlich Science-Fiction. Niemand sterbe endgültig. Also forderte sie die Fans auf, die Serienverantwortlichen anzuschreiben - "so wie bei Michael [Shanks, alias Dr. Daniel Jackson]" - und "Bringt Hathor zurück"-Websites aufzuziehen. Frida schlug vor, dass ihre Nox-Rolle (Lya) ja auch wieder zurückkommen könnte. Sie würde gerne eine böse Nox spielen, die dann Hathor zum Leben erweckt. Man kann schlecht behaupten, dass dies nicht in das verzweigte, sarkastische "Stargate"-Universum passen würde.

Die andere Überraschung war Jay Acovone (Major Kowalski), der Mann, der erst fünf Stunden vor seinem Flug nach Deutschland von selbigem erfuhr.

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Jay kam nämlich unangekündigt. Er ersetzte Tony Amendola (Bra'tac, Teal'cs Lehrmeister), der wegen terminlichen Ungereimtheiten nicht kommen konnte.

Die drolligsten Geschichten, die er zu bieten hatte, erzählten von seiner Frau. "Sie verkauft mich fortlaufend." Ein typisches Beispiel: Als Motorradfan saß er wie so oft an einem unbestimmten Nachmittag ahnungslos in seiner Garage und tüftelte an einem seiner zweirädrigen Schmuckstücke. Doch plötzlich horchte er auf, als die Stimme seiner Gattin durch die Tür drang. Sie formuliert einmal wieder in einem beunruhigenden Tonfall die verhassten zwei Sätze: "Klar hat er Zeit! Ja, er macht das gerne!" Jay brach seine Arbeit ab. "Ich ging ins Haus und hörte derweilen das Ende des Telefonats mit, das meine Frau gerade führte." Sie machte eine unglückverheißende Schlussbemerkung: "Ja, er liebt Pferde!" Sie legte auf und Jay fragte: "Worum gings?" Und sie informierte ihn trocken, dass er am nächsten Tag in einer kalifornischen TV-Show auftreten werde, eine Art So-Leben-die-Reichen-Fernsehserie. Er müsse unter anderem auf einem Vollblüter eine Grasebene entlangreiten. Das gäbe ein schönes Bild. Das Problem war: Jay hasst Pferde. Er hat Angst vor ihnen. Sie sind ihm zu groß. Und das Vollblut, um das es hier ging, ist eines der größten überhaupt. Die passende Erwiderung, die Jay dazu einfiel, war: "Was?!?"

Als gut erzogener Ehemann erschien Jay am nächsten Morgen brav auf dem entsprechenden Gestüt und machte Bekanntschaft mit einem sehr eigenwilligen Geschöpf. "Ich musste nur eine kurze Strecke hin- und zurückreiten. Doch als wir gerade die Hälfte geschafft hatten, entdeckte das Pferd auf einem Hügel nicht weit von uns andere Vierbeiner, zu denen es sich plötzlich unheimlich stark hingezogen fühlte." Soll heißen, ohne Jays Kommandoversuche zu beachten galoppierte es in hohem Tempo zum Zentrum der Anziehung. Jay war fast panisch. "Ich hasse Pferde", unterstrich er erneut.

Und so, wie Jay durch seine Frau dazu kam, mit seiner Pferdeangst konfrontiert zu werden, hatte sie ihn auch für die Convention 'weitergereicht'. So ist das eben, "so ist meine Frau". Jay saß also wieder einmal in der Garage vor einem seiner Motorräder und bastelte munter vor sich hin, als das Telefon klingelte und kurz darauf die bösen, bösen Worte durch die Wand drangen: "Klar hat er Zeit! Er macht das gerne!" Abermals stimmte das nicht ganz: "Ich hatte andere Pläne", keine Zeit also. Doch sein Deutschland-Besuch war es wert - "es ist toll hier". Nur das Davor entwickelte sich zur Odyssee. Das Ehefrauen-Dilemma war nämlich nur der Anfang gewesen. "Ich hatte gar keinen Reisepass!" Der Flug würde also in fünf Stunden gehen, 60 Minuten vorher musste er eingecheckt haben, er hatte also ganze vier Stunden zum Auftreiben seines Reisepasses. Der befand sich in der schwedischen Botschaft. "Ich drehe demnächst einen Film in Schweden und die Produzenten hatten meinen Reisepass vorher eingezogen, um alles für meinen Schweden-Aufenthalt zu regeln." Nach tausend Telefonaten, Nebenher-Packen und Minuten vor der letzten Möglichkeit, am Flughafen einzuchecken, überreichte ihm eine Botschaftsangestellte den Pass. "Das hätte ja was werden können!" Ist es ja auch.

Der Ruhepol unter den Gaststars auf der Convention war eindeutig Frida Betrani.

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An und für sich muss man sie sogar als zurückhaltend beschreiben. Ihr waren die Fans augenscheinlich nicht ganz geheuer. Die Science-Fiction, in welcher (im Gegensatz zu anderen Genres) der Kontakt zwischen Macher und Fans mittlerweile Gang und Gebe ist, gehört schließlich nicht wirklich zu ihrem Wirkungskreis. "Stargate" ist ihre einzige Ausnahme. So saß sie also in fast schon skeptischer Haltung auf der Bühne und wartete auf Fragen von uns hemmungsvollen Mitteleuropäern. Aber es kamen keine Fragen. Das lief auch bei den Panels der anderen so. Die Stars mussten erst das Publikum warmreden, bevor jenes die Initiative ergriff (in den USA, dem Mutterland aller Conventions, ist das gewöhnlich umgedreht). Scheinbar war es versäumt worden, Frida über unsere schüchterne Mentalität aufzuklären. So überging sie die Erzähl-Jogging-Runde und bat mehrmals um Fragen.

Einzig auf den Gruppenpanels wurde Frida lockerer - wenn auch kein Vergleich zu den anderen Gästen. Dort erfuhr man dann auch ein wenig mehr über ihre kurzen Erlebnisse bei "Stargate". Ihr Kostüm beispielsweise: "Also im Grunde war ich nackt." Man hatte sie in einen durchsichtigen Anzug gekleidet, der ungefähr so viel Stoff bot wie eine durchlässige Damenstrumpfhose. "Dieser wurde dann mit den grauen und weißen Farben versehen. Viel Make-up, viel Couleur." Das Gleiche machten sie dann auch noch mit ihrem Gesicht. "Und dann die Perücke! Die war mindestens drei Kilo schwer. Wirklich! Am Hinterkopf war eine Art Gewicht angebracht, damit sie stabil blieb und die Haarpracht größer aussah" - was sie ja auch tat. "Und es war derart kalt! Es regnete und ich war quasi nackt", wiederholte Frida. "Ich hab so unendlich gefroren." Aber ihr Auftritt in "Stargate" kann sich sehen lassen. Es hat sich gelohnt.

Ein Dauerthema der Panels war Christopher Judge (Teal'c). Auf ihn kam man immer wieder zu sprechen. Frida Betrani (Lya) machte da den Anfang. Sie wurde über ihre Eindrücke vom "Stargate"-Set befragt. Und als sie frei von der Leber darüber erzählte, ließ sie die Bemerkung fallen, dass Chris Judge sich des Öfteren hemmungslos entblähen würde. Das Publikum johlte. Teryl Rothery (Dr. Fraiser) nahm den Faden auf und berichtete von einer der üblichen Chris-Judge-Situationen, die am ehesten im Gedächtnis bleiben.

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"Ihr wisst ja, dass ich eine sehr quirlige Person bin. Aber manchmal müssen wir auch ernsthaft sein. Zum Beispiel in einer Szene, die sich zum Drama entwickelt. Teal'c ist nicht dabei. Wir stehen alle vor der Kamera und sprechen diese langen, gewichtigen Texte, die Handlung spitzt sich zu, wir sind todernst. Und wenn die Einstellung fast im Kasten ist, endlich, kurz vor dem letzten Satz, kommt dann irgendwo aus einer Ecke hinter den Kameras ein unüberhörbares 'Pfff' [sie imitiert ein Pupsen]." Teryl verdrehte die Augen und wir Zuhörer brachen in Gelächter aus. "Natürlich ist dann jegliche Konzentration über den Haufen, alle brüllen vor Lachen. Aber wir müssen dann wegen ihm wieder von Vorne beginnen."

An dieser Stelle warf Don S. Davis (General Hammond) ein, dass dies das Tolle sei. "In anderen Serien wärst du längst gefeuert worden. Bei uns wird nur gelacht." - "Andauernd", bestätigt Teryl. Don erinnerte an einen ganz bestimmten Dreh - nämlich zur Episode "Das Ende der Welt" (fünfte Staffel, O-Titel "Fail Safe"). In dieser wandern O'Neill und Teal'c über die unfreundliche Oberfläche eines Asteroiden. Sie tragen Raumanzüge. Und wie bei echten Raumanzügen dauerte es eine lange Zeit, bis die beiden Darsteller Richard Dean Anderson und Christopher Judge in diese hineingezwängt werden konnten. Darin mussten sie dann auch eine Weile bleiben; so ein Dreh dauert seine Zeit. In Bezug auf Christopher Judges Blähungsproblem beschrieb Don das Ergebnis des Drehs wie folgt: "He gased himself", was recht einfach zu übersetzen ist: "Er vergaste sich selbst." Ob mans glaubt oder nicht, Don versicherte außerdem: "Er wurde weiß. Schneeweiß. Wirklich weiß!" Herrje.


"Was ich früher gar nicht wusste: Da draußen im Fandom gibt es eine Menge Leute, die Janet und Daniel gerne als Paar sehen würden. Ist das wahr?", fragte Teryl Rothery (alias Dr. Janet Fraiser) während ihres zweiten Panels das Publikum. Eine rhetorische Frage. Die Antwort war eindeutig. Der Saal bebte, man pfiff, schrie, applaudierte – die Menge tat ihre Zustimmung kund.

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Und so dann erzählte Teryl eine äußert interessante Geschichte. Sie begann mit der Versicherung, dass sie und Michael Shanks (alias Dr. Daniel Jackson) sich sehr wohl über diesen besonderen Wunsch des Fandoms bewusst seien. In der Tat würden er und sie sogar darauf hin arbeiten – abseits von Vorgaben der Serienautoren. Man nehme beispielsweise die Episode "2010". {Zur Erinnerung: Sie spielt größtenteils in der nahen Zukunft und handelt von einem folgenschweren Fehler, den die Erde beging. Nämlich, einer Rasse Vertrauen zu schenken, die nun in der vermeintlichen Position des stärksten Verbündeten versucht, die Menschheit klammheimlich auszurotten. Gentec ist hierbei das Zauberwort. Die menschliche Geburtenrate geht per Eingriff jener Rasse zurück, das SG-1-Team rückt vor. Doch am Ende ist die einzige Lösung, die zukünftige Gegenwart aufzugeben und eine Botschaft in die Vergangenheit (des Zuschauers Gegenwart) zu schicken. Was auch gelingt. Die geistesgegenwärtige SGC vermeidet den Kontakt mit den fiesen Fremdlingen.} In dieser Episode hatten sich Teryl Rothery und Michael Shanks ein paar Freiheiten genommen, auf die man beim nächsten "2010"-Gucken genauestens achten sollte: In einer Szene, die eine militärische Auszeichnungszeremonie zeigt, gehen im Hintergrund mehrdeutige Blicke zwischen den Darstellern hin und her. Und hätte der schnöde Regisseur nicht "Schnitt!" gerufen, gäbe es heute im Internet viele Screenshots von einem Kuss zwischen Daniel und Janet. Denn er fand statt. Nur lief keine Kamera mehr. Es gibt außerdem, so Teryl, eine weitere schmachtende Augenkommunikation zwischen den beiden in dieser Episode: im Finale. Kurz bevor das futuristische SG-1-Team kollektiv draufgeht. "Und in der Folge 'Freund oder Feind' halten wir Händchen!"

Was sie tun würde, wenn sie, genau wie Teal'c und O'Neill einst, in einer Zeitschleife feststecken würde und tun dürfte, was sie wollte – ohne auf Konsequenzen achten zu müssen? Ist doch klar! "Daniel küssen!" Göttlich.

Apropos küssen. Geküsst wurde auf der Bühne, das gehört verboten! – Natürlich war das jetzt nur eine Floskel. Die Kusseinlagen fanden wir freilich toll. Das Publikum verlangte danach. Also verschwanden Jay Acovone (Kowalski) und Frida Betrani (Lya) einmal pflichtbewusst hinter dem "Stargate"-Pappgestell und knutschten, was das Zeug hielt. Ein anderes Mal stand Teryl alleine auf der Bühne und rief einzelne Fans auf, die Fragen an sie hatten. Eine Auserwählte allerdings verzichtete auf das Privileg und nutzte die Gelegenheit, um jemandem Besonderen zu danken. Es lief nämlich im Hintergrund des SGC 2003 wie von Taranteln gestochen immerzu ein junger Mann hektisch durch die Kulissen. Er stellte sicher, dass die Technik funktionierte. Eigentlich gehörte er eher zu den Konsumenten unter den Fans, hatte auch ein Con-Ticket und wollte die Show genießen. Aber es läuft ja immer anders als man denkt. Und so schnellte er beflissen und hilfsbereit immer wieder von A nach B, checkte und managte dieses und jenes, half den übermäßig gestressten Veranstaltern (- Conventions sind für sie nichts weiter als akute Pannentests, da bin ich mir sicher -) und bekam eher weniger als mehr vom Con-Geschehen mit.

Nun ja. Da Fans erfahrungsgemäß nette Menschen sind, klopften ihm die Con-Besucher nun also dafür öffentlich auf die Schulter. Und Teryl beteiligte sich an diesem allgemeinem Dankes-Trend auf sehr aparte Art und Weise: Sie bat den jungen Mann auf die Bühne (er ist übrigens Webmaster von Stargatenews.de), er kniete demütig vor ihr nieder und sie – gab ihm einen filmreifen Sechs-Sekunden-Kuss! Einen echten. Das soll ein anderer erst einmal von sich behaupten: "Ich hab mit Dr. Fraiser geschnäbelt!"

Fotocollage vom Sechs-Sekunden-Kuss

Themawechsel. Don S. Davis. Er und Serienstar Richard Dean Anderson kennen sich bereits aus dem Welterfolg "MacGyver". Don war Stunt-Double für MacGyvers Chef, Pete Thornton. Diesbezüglich wurde Don auf der Convention auch befragt. Jemand erkundigte sich nach den gefährlichen Aspekten des Stunt-Geschäfts. Don erzählte daraufhin von einem Erlebnis, welches de facto hätte böse ausgehen können!

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Es ging um eine Episode, in der MacGyver und Pete mit einem Irren zu tun haben, der in einem versiegelten Gebäudekomplex an einem tödlichen Virus tüftelt, den er aus wahnwitzigen Motiven heraus als Massenvernichtungswaffe einsetzen will. Die passende poetische Lösung dieser Handlung war, jenen Komplex schlichtweg in die Luft zu jagen. Natürlich haben es Mac und Pete nicht leicht. Sie entkommen dem Big Boom in letzter Sekunde. Sie rennen auf eine Tür zu, die sich unmittelbar vor ihnen automatisch öffnet und hinter der sie sicher sein werden, sobald sie wieder geschlossen ist. Und im Hintergrund, nicht weit von ihnen entfernt, gehen die Explosionen im großen Format los – mit viel Feuer und massiven Druckwellen. Diese Einstellung drehten Richard Dean Anderson (MacGyver) und Dana Elcar (Pete Thornton) natürlich nicht selbst; ihre Stunt-Double mussten herhalten, so auch Don S. Davis.

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"Wir waren in einem abgeriegelten Studio. Die Special-Effects-Macher hatten alles berechnet. Wir sollten nur in Richtung Kamera laufen", durch eine Lichtschranke hindurch, "und hinter uns sollte dann alles in sicherer Entfernung hochgehen. Alle, die nicht unbedingt dabei sein mussten, wurden aus dem Studio geschickt. Nur der Regisseur und die Ton- und Kameraleute blieben. Sie befanden sich hinter Schutzbarrikaden." Der Chef vom Dienst rief also "Action!" und das Szenario begann. "Die Berechnungen stellten sich als nicht ganz richtig heraus." Don und sein Stunt-Kollege rannten also auf die Tür zu, durch die Lichtschranke, die die Explosion auslöste. Doch das Ganze artete in eine viel größere Explosion aus als erwartet. Eine Druckwelle erwischte die beiden Stunt-Doubles noch vor Erreichen der Tür: noch ehe jene sich öffnete! "Mein Sohn hatte danach wochenlang ein großes Poster bei sich im Zimmer hängen. Es zeigte einen Schnappschuss von mir, wie ich gerade [von der Druckwelle getragen] mit dem Kopf vorweg gegen [oder eher durch!] die Tür krache." Gott sei Dank kam er ohne große Verletzungen davon. Das Studio jedenfalls war komplett im Eimer.

Apropos Verletzungen und im Eimer: Manche Fans meinen mittlerweile, dass es via dem internationalen Kriegsgerichtshof ein Gesetz geben sollte, welches Jay Acovone (Kowalski) verbietet, öffentlich Witze zu erzählen.

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"Den muss ich euch erzählen", begann das unheilvolle Grauen, als Jay bei seinem Panel Zeit schinden wollte. "Ich weiß auch nicht, warum der komisch ist, aber er ist es: Kommt ein Mann in die Notaufnahme. Er hat erfahren, dass seine Frau einen Unfall hatte. Aber mehr weiß er nicht. Also fragt er herum." Jay verstellte überzeugend seine Stimme ins dramatisch Weinerliche: "Wissen Sie, wo meine Frau ist?" Jay schaltete um und mimte nun einen ernsten Doktor: "Ja, sie ist hier und sie ist am Leben. Aber sie hat schwerste Verletzungen." Jay wieder als Ehemann: "Oh Gott, oh Gott!" Doktor: "Sie hat innere Blutungen. Sie wird wohl nie wieder gehen können. Die Wirbelsäule ist stark geschädigt." Entsetzer Ehemann: "Oh Gott, oh Gott. Oh nein!" Doktor: "Doch. Und die Behandlung wird sehr, sehr teuer. Und trotzdem wird sie sterben. Es wird ein langer, qualvoller Tod. Sie wird schreckliche Schmerzen haben." Weinender Ehemann: "Oh Gott. Wie schrecklich. Meine arme Frau. Oh mein Gott!" Lachender Doktor: "Ach nein. War nur ein Scherz. Sie ist tot."

Stille. Der Witz war zu Ende. Jay äugte nun ausharrend ins Publikum. Das Publikum äugte gleichermaßen zurück. Dann brach es in Gelächter und stürmenden Beifall aus. Noch heute beschäftigen sich renommierte Wissenschaftler mit der Frage: Warum eigentlich?

Apropos warum eigentlich: Viele Fans wissen, dass Teryl Rothery und Amanda Tapping (Major Carter) gut befreundet sind und gemeinsam einen speziellen Sport betreiben: Sie geben sich ulkige Spitznamen. Der aktuelle Stand ist, dass Teryl der Name "Turtle" anhängt (zu gut deutsch ungefähr "Schildkrötchen"). Die Frage ist, wieso.

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"Ja. In der Episode 'Die Rückkehr der Osiris' (Originaltitel 'The Curse') begleite ich das Team auf einen anderen Planeten. Die Militärs sind natürlich nur mit ihrem leichten Gepäck unterwegs. Ich dagegen habe im Grunde ein ganzes Labor auf dem Rücken [im Rucksack]. Und wie wir da so beim Dreh rumstehen, versuche ich, den Rucksack ein wenig gerade zu rücken. Ich beuge mich nach vorne – ganz in grüner Kleidung - und rüttle ein wenig umher. Und da sagt Amanda: 'Oh mein Gott. Du bist so süß! Du siehst gerade aus wie eine Schildkröte!'" Und da war der spektakuläre Moment, dem sie jenen Spitznamen verdankt.

Bild von Jonas Quinn mit Link zur offiziellen SG1-WebsiteApropos spektakulär! Spektakulär dämlich ist natürlich die Handhabe der "Stargate"-Verantwortlichen mit der Figur Jonas Quinn - wenn ich hier mal werten darf. Man denke zurück: fünfte Staffel, Daniel stirbt, Darsteller Michael Shanks sucht nach neuen Erfahrungen, will einen Film drehen, verlässt "Stargate". Er wird quasi ersetzt durch Corin Nemec, der die Rolle des Jonas Quinn übernimmt. Zweifelsohne störte uns Fans die Lücke, die Michael Shanks hinterließ und die nicht wirklich gefüllt werden konnte. Aber ich bezweifele, dass irgendjemand tatsächlich etwas gegen Jonas Quinn hatte. Meiner Meinung nach wurde mit der Figur und mit dem Fehlen von Daniel Jackson einfach falsch umgegangen. Es wäre richtig gewesen, hätte man in jeder Episode das Loch fokussiert, das er hinterlassen hat. Ebenso hätte es mehr innere Konflikte für Quinn geben sollen; dass er von heute auf morgen von seinem Volk getrennt leben muss und nicht zurück kann – auch mit seinem Mitverantworten von Daniels Tod durfte er sich im Grunde nicht auseinander setzen. Niemand durfte das. Daniel war weg und das Team lebte weiter. Wäre es nicht viel interessanter gewesen, wenn ein Bruch des Teams gezeigt worden wäre, anstatt dessen?

Und nun steht die siebte Staffel vor der Tür, Daniel ist zurück, Jonas wird einstweilen rausgeschrieben. Statt an dieser Stelle das Drama zu steigern und Jonas in der Serie zu lassen! Aber nein: Dem gesamten Cast wurde auf die Frage des Weswegen eine Standardantwort eingeimpft, die besonders Don S. Davis auf der Con mehrmals wiederholte: Jonas passte nicht ins Team. "Daniels Aufgabe war es gewesen, den moralischen Aspekt einer Folge zu betonen. Nachdem er gestorben war, fehlte dies im Team. Und Jonas hat den Job nicht übernommen." Was für eine beißende Begründung!

[ = klingt vordiktiert ]

Ja, ja. Es ist nicht einfach, Fan zu sein, all die bitteren Pillen zu schlucken: Man braucht Geld, um das zu vergötternde "etwas" überhaupt konsumieren zu dürfen, Geduld, um die Patzer der "etwas"-Hersteller zu verkraften, Zeit, um entsprechenden Fanaktivitäten nachgehen zu können – und zu guter Letzt Kontakt zu Gleichgesinnten, um Bestätigung für die eigene Spinnerei zu erhalten. Das alles aufzutreiben bedeutet Aufwand. Das muss einmal festgehalten werden. Will sagen: Ein Lob an uns (Convention-)Fans, die wir diesen ungeheuren Stress auf uns nahmen. Aber wir habens so gewollt und wollen es noch immer im Nachhinein. Knapp 100 Euro Eintritt, oft noch mehr für die An- und Abreise, und um einiges mehr für den Genuss an sich: Essen, Kaufen (Autogramme), Übernachten, Kaufen (Auktionsartikel), Trinken, Kaufen (Fanshopping). Habe ich Kaufen erwähnt? Es kann gar nicht anders sein: Wir Fans besitzen zu viel Geld. Und trotzdem sind wir laufende Meter Pleite.

Logo der Convention SGC-2003

Ich beteuere: Die Unkosten der SGC 2003 waren es wert. Ja, es gab auch Probleme: Das Einhalten von Terminen war nicht unbedingt eine Fertigkeit, mit der die Veranstalter hätten angeben können (es muss jedoch betont werden, dass die verschobenen Panels meist ihren Täter in Teryl Rothery fanden, die unentwegt mit Fans schnatterte und deswegen häufig zu spät zu ihren Auftritten kam). Letzten Endes waren die Preise mehr als fair, die Stargäste gute Entertainer, die Fanvideos grandios (SAM 23, Respekt!), die Kostümspezialisten (Jaffa-Krieger) vorzüglich, und zum Schluss wurde die eigene Kontaktliste um einiges praller. Schöne Sache also.