Wer ist da?
Niemand.
Wer ist da?
Du.
Was soll das?
Ich weiß nicht.
Warum ist es hier so dunkel?
Weil kein Licht ist.
Dann mach es an!
Ich habe nicht gesagt, dass das Licht aus ist. Ich sagte, dass es nicht ist.
Das verstehe ich nicht.
Licht ist nicht existent.
Was? Was soll das?
Ich weiß nicht.
Ich will hier sofort raus!
Das geht nicht.
Wieso nicht? Ich will hier raus!
Das geht nicht.
Warum?
Weil Du Dich nicht im Inneren von etwas aufhältst.
Was?
Das ist ganz einfach: Wenn man nicht in etwas ist, kann man auch nicht heraus.
Hör’ auf damit! Ich will hier raus! Was soll das Ganze?
Ich weiß nicht.
Ich will hier raus.
Das geht nicht.
Wieso nicht?
Das habe ich bereits gesagt.
Wer bist Du?
Nicht.
Was?
Nicht.
Wer bist Du?
Nicht.
Was soll das? Ich begreife das nicht!
Das fragtest, wer ich bin. Und ich sagte: Nicht. Welcher Teil der Antwort ist Dir unklar?
Alles.
Wenn Du die Frage nicht genauer stellst, ist es schwierig, sie so zu beantworten, als dass Du sie erfassen kannst.
Ich will Deinen Namen wissen?
Suche Dir einen aus.
Was?
Ich habe viele Namen. Suche Dir einen aus.
Ich kenne diese „vielen Namen“ aber nicht.
Doch.
Wer bist Du?
Nicht.
Du heißt also „Nicht“?
Nein.
Weshalb sagst Du das dann immer wieder?
Es ist die Antwort auf Deinen Frage.
Warum soll ich genauer werden, wenn Du es nicht wirst?
Interessant.
Was?
Diese Aussage. Das habe ich nicht erwartet.
Was?
Du wolltest wissen, wer ich bin. Ich erwiderte: Nicht. Ich bin nicht.
Du bist....?
Nicht existent..
Warum sagst Du nichts?
Ich weiß nicht.
Ich verstehe.
Du verstehst?
Ja.
Was verstehst Du?
Dich.
Wer bist Du?
Nicht.
Sag’ mir einen Deiner Namen!
Wieso?
Nenne ihn mir einfach.
Einfach?
Ich will Deinen Namen!
Du kennst ihn schon.
Nein.
Doch.
Warum bin ich hier?
Ich weiß nicht.
Warum bist Du hier?
Ich bin nicht hier. Ich bin nicht.
Ich formuliere es anders: Warum befindest Du Dich hier? Ich meine, Du sprichst doch mit mir!
Tue ich das?
Ja!
Wirklich?
Antworte!
Ich weiß nicht.
Wieso nicht?
Ich weiß nicht.
Sind wir allein?
Du bist allein.
Aber Du bist doch hier?
Ich bin nicht hier. Ich bin nicht.
Du befindest Dich also woanders, und redest von dort aus mit mir?
Nein. Ich verharre nirgends. Ich existiere nicht.
Dann bilde ich mir Dich nur ein?
Nein. Das ist nicht möglich.
In wie fern?
Einbildungen sind nicht.
Ist überhaupt irgend etwas?
Nein, nicht hier.
Was ist denn „hier“?
Nichts.
Text: Marianne Jaffke, www.originalmaja.de